Viele Produktionsunternehmen nutzen ein ERP-System für Einkauf, Fakturierung und Lagerverwaltung. Praktisch — aber ERP-Planung ist für die lange Frist gemacht. Sie blickt auf Wochen, Monate und Budgets.
Auf dem Shopfloor stellen sich andere Fragen. Welcher Arbeitsauftrag kommt zuerst auf Maschine 3? Was tun wir, jetzt wo Maschine 2 ausgefallen ist? Wer ist für diese Bearbeitung freigegeben? Diese Fragen beantwortet ein Manufacturing Execution System (MES) — und auf diesem Level operiert Power Planning.
Nach dem ISA-95-Standard arbeitet ERP auf Level 4: strategisch und finanziell. MES arbeitet auf Level 3: operativ, in Echtzeit und auf den Shopfloor ausgerichtet. Sie sind keine Konkurrenten — sie ergänzen sich. ERP legt fest, was getan werden muss. MES bestimmt, wie es ausgeführt wird.
Feinplanung & Sequenzierung
Während ERP in Tagen oder Wochen plant, plant MES in Stunden und Minuten. Es legt die genaue Reihenfolge der Arbeitsaufträge fest und weist Aufgaben bestimmten Maschinen, Linien oder Bedienern zu.
Echtzeitkorrektur
Eine Störung, ein Eilauftrag, ein abwesender Mitarbeiter — das MES berechnet sofort die beste Alternative, ohne dass der Planer alles manuell umplanen muss.
Shopfloor-Integration
MES kommuniziert direkt mit SCADA und SPSen. Maschinen wissen automatisch, welches Produkt sie in welcher Reihenfolge fertigen sollen.
Rückverfolgbarkeit
Das System erfasst, was gefertigt wurde, von wem, zu welchem Zeitpunkt und mit welchen Rohstoffen — unverzichtbar bei Qualitätsaudits und Produkthaftung.